Erweiterung Hochschule Wädenswil | Philipp Wieting Wernetz Architektur

Erweiterung Hochschule Wädenswil

Artikel - Erweiterung Hochschule Wädenswil

Als Teil der Zürcher Fachhochschule erfuhr die Hochschule Wädenswil mit den Studiengängen Lebensmitteltechnologie und Hortikultur (Garten-, Wein- und Obstbau) seit ihrer grundlegenden Reorganisation im Jahr 1997 einen markanten Zuwachs an Studierenden. Eine Erweiterung des Raumangebotes in Form eines Neubaus am gegebenen Standort wurde für die Hochschule dringend notwendig.

«Die Zusammenfassung des geforderten Raumprogramms in einem konzentrierten Baukörper an einem in Bezug auf das Gesamtareal relativ wenig empfindlichen Ort ermöglicht die Freihaltung grosser Arealteile. Als niedrig gehaltenes Gesamtvolumen ist es wie ein Landschaftselement konzipiert, als eine aus der leichten Neigung des Hanges brechende Scholle. Das Zusammentreffen von Technologie, Forschung und Lehre mit der Landschaft wird zum architektonischen Thema. Der komplex erscheinende Baukörper überzeugt durch seine klare Gliederung in die drei Bereiche Unterricht/Mensa, Verwaltung und Labore sowie durch die raffinierte Verflechtung der Erschliessungszonen als übergreifendes Element, dem Transferraum.» (Auszug aus dem Jurybericht).

Feinmaschige Netze als Hagelschutz für die Weinreben sind Teil der unmittelbaren Umgebung. Sie spannen luftige Räume auf und integrieren sich in die Natur. Dieses Bild dient als Vorbild für die Hülle der neuen Hochschule. Die hinterlüftete Fassade wird mit einem feinmaschigen Stahlgewebe verkleidet. In unterschiedlichen Längen hängt das Gewebe vom Dachrand herab und wird je nach Bedarf für die Fensteröffnungen ausgeschnitten und teilweise vor die grossen Verglasungen gespannt, wo es bei einfallendem Sonnenlicht ein interessantes Lichtspiel im Innenraum erzeugt. Durch das die gesamten Fassaden überspannende Gewebe wird der komplexe Baukörper zusammengehalten und die verschiedenen Geschosshöhen der Hochschultrakte werden zu einem einheitlichen Ganzen zusammengebunden. 

Bauherr: Kanton Zürich
Jahr: 2001 Zweistufiger Wettbewerb, 2. Preis
Programm: Schulräume, Labor, Büro
Geschossfläche: 22‘100 m2
Volumen: 74‘230 m3